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Das Geschäft mit der Eitelkeit 

Mit einem Eintrag in ein Personenlexikon gibt ein Verlag Hinz und Kunz das Gefühl, prominent und bedeutend zu sein - zum Ärger der Herausgeber des "Who's Who".


Angela Merkel findet sich im "Who's Who". In Hübners
"Who is Who" steht sie auch - mit 74.800 anderen
.
Foto: Armin Linnartz

Von Reinhold Rühl

Das Telefon klingelt. "Guten Tag, hier ist die deutsche Redaktion des Who is Who." Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung kommt schnell zur Sache. "Sie sollen in die neue Ausgabe aufgenommen werden. Herzlichen Glückwunsch". Ob der Besuch einer ihrer Redakteure willkommen sei?

Das "Who's Who"! Wer drin steht, zählt zur Elite. Das zumindest suggerieren kiloschwere Wälzer in den Bibliotheken. Bei Google findet sich mit dem Suchwort "who's who" auf Anhieb eine Liste international bedeutender Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart. Helmut Schmidt und Niki Lauda beispielsweise. Oder Bundestrainer Joachim Löw, der das Ranking der am häufigsten aufgerufenen Biografien diese Woche anführt. Journalisten sind in der Online-Ausgabe des "Who's who" kaum zu finden, abgesehen von einschlägig bekannten Fernsehgesichtern. Warum also der Anruf?

Die Dame am Telefon ist auf solche Fragen anscheinend vorbereitet. "Uns liegt eine Empfehlung vor - vom wem darf ich Ihnen allerdings nicht sagen..."So geht es vielen Selbstständigen, Ärzten, Rechtsanwälten oder Steuerberatern, die mit ihrer Berufsbezeichnung oder ihrer Firma im Adressbuch stehen.Auch Dachdecker, Gastwirte, Grafikdesigner und Friseurmeister erhalten vermehrt Anrufe mit der gleichen frohen Botschaft.

Verwechslung einkalkuliert

Der Name "Who is Who" öffnet anscheinend Tür und Tor. Wer möchte sich schon die Chance einer Aufnahme in das renommierte Personenlexikon entgehen lassen. Zumal der Eintrag in "Hübners Who is Who", so versichert die Dame am Telefon, völlig kostenlos erfolge.

Die Geschäfte mit der Eitelkeit laufen glänzend, auch weil viele Kunden Hübners "Who is Who" mit dem bekannten Original verwechseln. Und das ist vielleicht auch Teil einer gerissenen Geschäftsstrategie. (...)

Süddeutsche Zeitung vom 21.06.2008 (Auszug)

dokumacher
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